Kühkopf und Knoblochsaue

Was wie der letzte Schrei beim Feinschmecker klingt, ist in Wahrheit ein Naturschutzgebiet an den Rheinauen. Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue ist eines der seltensten urwüchsigen Flussauenlandschaften in Mitteleuropa und mit ca. 24qkm das größte Schutzgebiet im Bundesland Hessen. Es liegt am nördlichen Oberrhein und ist wahrhaftig ein faszinierendes Ökosystem für ursprünglichen Auewald mit seiner Flora und Fauna, insbesondere für Wasserpflanzen und -vögel.

Da das Naturschutzgebiet rechtsrheinisch sehr einfach zu erreichen ist und mit vielen Wanderwegen durchzogen ist, lohnt es sich, auch nur einige Stunden oder für einen Tagesausflug in diese Landschaft einzutauchen. Wir waren dort am vergangenen Wochenende und waren von den von der Natur geschaffenen Lebensräumen in dem Überschwemmungsgebiet begeistert.

Der Name des Naturschutzgebiets kommt übrigens daher, dass die Halbinsel annähernd die Form eines Kopfes aufweist und zudem früher „Königsland“ war; also Königsland-Kopf oder kürzer Königs-Kopf. König wurde im mittelhochdeutschen „künec“ gesprochen und Künec-Kopf schliff sich im Laufe der Zeit zu „Kühkopf“ ab. Und die Knoblochsaue trägt den Namen der Familie von Knobloch, der das Gebiet Ende des 15. Jahrhunderts gehörte.

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Pflanzenfresser

PflanzenKurs-WegerichDie Weinberge Nordbadens liegen mir zu Füßen. Ich blicke weit in die Rheinebene bis fast nach Frankreich. Vor mir eine kleine Gruppe von Leuten, Papier und Stift in der Hand. Es ist 9 Uhr morgens und der Himmel ist etwas wolkenverhangen. Inmitten einer Grünlandparzelle im Nordschwarzwald sitzt eine Gruppe wissbegieriger junger Leute, die lernen will, wie man sich in einer Notsituation draußen allein von Pflanzen ernährt. Ich bin einer von ihnen.
Oft werde ich seltsam beäugt, wenn ich davon erzähle, was man draußen in der Natur alles essen kann. Vieles was unsere Großeltern noch wussten, ist für uns im Supermarkt-Zeitalter ja in Vergessenheit geraten. Kaum jemand traut sich noch, eine Frucht direkt von einem Baum zu essen.
Heute will ich also von einem Experten für Survival noch mehr über pflanzliche Notnahrung lernen. Und mit meiner Begeisterung bin ich nicht allein.

Zunächst gibt es einige theoretische Inputs über Taxonomie und Aufbau der Pflanzen, bevor wir uns den essbaren Teilen zuwenden. Auch der Unterschied von Giftpflanze, Heilpflanze und essbarer Pflanze kommt in der Diskussion nicht zu kurz. Wir lernen verschiedene Merkmale, wie z.B. Blatt- und Blütenform, die uns später beim Erkennen draußen helfen werden.
Zur Mittagszeit habe ich bereits das Gefühl, dass meine Aufnahmekapazität, was die Pflanzenkunde-Details angeht, überschritten ist. Ich fühle mich wie in einem Crash-Kurs Biologie…

Endlich werden wir aktiv und sammeln Zapfen, bestaunen essbare Pflanzenteile und Wurzeln auf Wiesen und am Waldrand. Auf diesen Teil habe ich mich am meisten gefreut: learning by doing. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass das Bestimmen der Pflanzen doch eher den Kennern vorbehalten ist. Wir lauschen daher den Ausführungen unseres Trainers und kosten immer mal wieder, als dass wir schon selbst Essbares im wilden Pflanzengewühl links und rechts von uns finden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich mit jedem kleinen Blatt, das ich probiere, und mit jeder Pflanze, die ich versuche zu erkennen, doch etwas an Erfahrung dazugewinne. Das freut mich.
Am Ende des Tages sitzen wir alle nochmal in der Gruppe zusammen, wischen unsere Teller von den selbstgesammelten Bärlauch-Spaghetti aus und lassen unseren Blick nochmals zufrieden über die Weinberge schweifen. In der Luft fliegen die ersten Maikäfer und suchen die leckeren Blätter von Obstbäumen als Nahrung – ganz ohne „Pflanzenfresser“-Kurs.

Über der Erde sollst du barfuß gehen…

BarfußpfadErlebnisBarfusspfad

Über der Erde sollst du barfuß gehen
Ziehe die Schuhe aus – Schuhe machen dich blind
Du kannst doch den Weg mit deinen Zehen sehen
auch das Wasser und den Wind
Martin Auer

ErlebnisBarfusspfad-Fuesse

…schärft die Sinne

Kürzlich gesehen…

Walderlebnispfad-Urwaldpfad

…auf einem Walderlebnispfad mit den Kindern am letzten Wochenende.

Urwaldpfad

verschlungen
verwurzelt
Stolperschwellen
Augen auf!
abwechslungsreich
immer anders
schmal

…schärft die Sinne

Auf Augenhöhe mit Baumwipfeln

Wer träumt nicht davon, einmal über die Baumwipfeln zu fliegen und hoch oben in den Baumspitzen Fauna und Flora zu entdecken. Im Nationalpark Bayerischer Wald wird dieser Traum wahr! Hier gibt es einen „Naturpfad“ in den Baumwipfeln.

Der Bayerische Wald ist ein waldreiches Mittelgebirge im Osten Bayerns und der Nationalpark Bayerischer Wald ist der erste deutsche Nationalpark überhaupt. Er wurde 1970 eröffnet und steht unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“. Und in der Tat dürfen sich nirgendwo sonst in Deutschland die Wälder, Moore, Bergbäche und Seen auf so großer Fläche nach ihren ureigenen Gesetzen zu einer wilden Waldlandschaft entwickeln.
Inmitten dieses einmaligen Naturraums kann man den Wald „von oben“ via eines 1300 Meter langen Baumwipfelpfads entdecken. In der Nähe von Neuschönau befindet sich dieser großartige Naturpfad hoch oben in den Bäumen. Für mehr Informationen verweise ich auf die offizielle Webseite des Baumwipfelpfads: www.baumwipfelpfad.bayern.
Die Bildergalerie gibt einige Impressionen von unserem Besuch dort wieder. Viel Spaß!