Shvil HaGolan – der Wanderweg durch die Golanhöhen

Israel-Golan-MapIm Norden Israels erstreckt sich der atemberaubende Golan-Wanderweg zwischen dem Berg „Mount Hermon“ und dem See Genezareth. Entlang der 120 km langen Strecke kann man die Schönheit des Hochplateaus bewundern. Als Wanderbegeisterte habe ich mir 6 Tage Zeit genommen, diesen Weg zu erkunden und Israel auch einmal von der Naturseite kennenzulernen. Begonnen hat meine Wanderung am Fuße des Hermons und führte durch die Drusendörfer Nimrod und Masade, dann am Kratersee „Ram“ vorbei bis zu dem Wald von Odem. Die Tour hatte ich zwar alleine gestartet, aber schon nach kurzer Zeit auf Höhe des Sees Ram hatte ich Gesellschaft gefunden. Vier israelische Studentinnen nahmen mich herzlich in ihre Gruppe auf und gemeinsam hatten wir in dem „Ya’ar HaAyalim Deer Forest“ Unterschlupf gefunden. Hier ist ein Art Campingplatz mit kleinen offenen Hütten, wo der Besitzer uns erlaubte zu schlafen, obwohl es außerhalb der Saison war. Am zweiten Tag ging es ziemlich nah an die syrische Grenze. Zum ersten Mal wurde ich hier mit dem umkämpften Gebiet und den vergangenen Kriegen konfrontiert, denn links und rechts des Weges zierten sich abgesperrte Landminenfelder und gelegentlich standen zurückgelassene Panzer in der Landschaft herum. Auch kommt man zu dem Denkmal auf dem Berg „Bental Mountain“ mit einem unglaublichen Ausblick rüber nach Syrien im Norden und bei guter Sicht sogar den See Genezareth östlich des Berges. Genächtigt wurde in dem Kibbutz „Marom Golan“ bei einer Bekannten der Studentinnen.
Der dritte Tag führte uns durch wunderschöne Felder voller Blumen, die besonders zur Blütezeit im Frühling traumhaft aussehen. Die Wanderung Anfang April durchzuführen, war von daher ein echter Glücksgriff. An ein paar Kuhherden vorbei gelangt man zu dem Berg „Bni-Rasan“, der bekannt für seine Windturbinen ist und damit ein landschaftliches Merkmal in der ganzen Region setzt. Hier trennten sich der Weg der Studentinnen und der meine, da sie zum Pessach Fest nach Hause zu ihren Familien zurückkehrten. Ich begab mich weiter auf den Weg durch blühende Landschaftsabschnitte zu den Moshav Aloney Habashan. Den ersten Mann den ich nach einen Schlafplatz fragte, nahm mich zu sich und seiner Familie auf, wo ich die Nacht vor dem Kaminfeuer verbringen durfte. Weiter ging es am vierten Tag durch unzählige Felder, entlang Bächlein und alten Ruinen auf einer hauptsächlich ebenerdigen Strecke. Dieser Tag war sehr anstrengend für mich, da ich 28 km zurückgelegt hatte. Zum Schluss ging ich durch ein Naturschutzgebiet mit einem großen See und einem sehr vielfältigen Vogelbestand. Letztendlich kam ich zu dem „Daliot Campground“, der auch per Auto gut zu erreichen ist. Hier lernte ich gleich die nächsten Israelis kennen, die mich mal wieder herzlich aufnahmen. Das Ehepaar stammte hier aus der Region und der Mann ist Ranger für die Naturschutzgebiete im Norden von Israel. Am fünften Tag ging es ausnahmsweise nicht ganz so weit wie am vorigen Tag. Das schöne war, dass wir an dem „Samach“-Fluss uns gelegentlich entlang des Weges die Füße abkühlen konnten bevor wir die uralte „Um El Canatir“ Synagoge erreichten. Unser Tagesziel erreichten wir dann schon am frühen Nachmittag, was den Vorteil hatte, das wir den Ausblick auf den See Genezareth und das gegenüber liegende Tiberias von hier aus bewundern konnten, besonders bei Sonnenuntergang. Der letzte Tag kam schneller als erwartet und ich war von mir selber überrascht, diese 120 km in den 6 Tagen zurückzulegen. Am letzten Tag ging es früh los, gegen 5 Uhr morgens. Es ging nochmal ein ganzes Stück bergauf, aber für den Blick hat es sich gelohnt: Wir hatten das Dreiländereck Syrien, Jordanien und Israel erreicht.
Anschließend ging es weiter, da der Tag noch jung war, bis wir mein persönliches Highlight des Weges erreichten. Am südlichen Ende des See Genezareth kommt man zu der Endstation des Golanweges, zu der Quelle „En Taufik“. Kurz davor steht man auf dem Plateau, von wo aus man den kompletten See Genezareth überblickt, was wirklich eine unvergessliche Aussicht ist. Mit diesem Bild im Kopf beendete ich meine 6-tägige Wanderung.

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