Den Wald mit anderen Augen sehen

Spurensuche2016-Wald

In der Natur sein bedeutet mehr als nur mit Hightech-Schuhen durch den Wald zu joggen oder mal eben die frische Waldluft zu schnuppern und denken, das bringe schon Naturverbundenheit. In der Natur sein bedeutet für mich, sie mit allen Sinnen wahrzunehmen, den Rhythmus von Wald und Tieren zu lernen und sich als Teil darin und davon zu spüren. Ich denke, es gibt viele Facetten, so die Natur zu erleben. Und eine davon ist, sich mit den Spuren und Fährten der Bewohner unserer Wälder zu beschäftigen. Und genau darum geht es hier.

Am letzten Wochenende konnte ich mein Wissen über Spurensuche und Fährtenlesen von Null auf gefühlte „10 Prozent“ in einem Wildniskurs steigern; will heißen, ich habe die Anfänge gelernt und muss noch viel üben!
Der Kurs von saarvival.de geht auf die grundlegenden Fertigkeiten und vor allem auf die Wahrnehmung der Natur ein. Denn es geht darum, im Wald erste Tierspuren zu finden und zu erkennen und dann einem Wildwechsel oder Trail zu folgen. Das ganze findet draußen statt – klar – und wer will (so wie ich), kann auch dort übernachten, um einfach in der Natur früh genug „anzukommen“.
Ich habe gelernt, welche Spuren Tiere überhaupt hinterlassen und wie man sogenannte Trittsiegel „lesen“ kann. Es geht in dem Kurs darum, die ersten „Buchstaben“ dieses Alphabets zu lernen, um am Ende „lesen“ zu können. Und da Übung bekanntermaßen den Meister macht, sind wir den ganzen Tag im Wald umhergestreift, haben Malbäume gefunden, den Unterschied von Fuchsbau und Dachsburg gelernt, und Losung und Liegeplätze gesehen und vor allem Trittsiegel begutachtet.
Mir erging es dabei so, dass ich die Natur besser und vor allem anders erfahren habe, weil ich eben damit den Wald und deren Bewohner mit anderen Augen gesehen habe. – „Das Wohnzimmer der Tiere“ war immer wieder von unserem Trainer zuhören, ja genau, darin waren wir. Das ist das Zuhause von Fuchs, Hase, Reh und Wildschwein, nicht unser Zuhause – zumindest nicht mehr! Wir müssen erst wieder lernen, uns dort zurechtzufinden.
Am schwierigsten war es für alle Kursteilnehmer, das sogenannte Visualisieren zu lernen, also sich vorzustellen, wie ein Tier sieht, wie es sich bewegt, wie es die Natur wahrnimmt etc. Um das zu lernen, muss man sich auf die Natur einlassen und den Blickwinkel der Tiere einnehmen. – Nicht ganz einfach…!

Schaut einfach mal durch die Bildergalerie, die so manche Eindrücke und Schnappschüsse aus dem Kurs zeigt.

Wer übrigens selber mal auf Spurensuche gehen will, der sollte in der Morgendämmerung oder bei Sonnenuntergang losziehen. Dann sieht man durch den Schattenwurf die Trittsiegel am besten. (Einfach die Spur zwischen sich und die Sonne bringen.) Und fangt im lehmigen oder sandigen Untergrund an zu suchen, dort ist es am einfachsten. – Oder besucht einfach einen Kurs wie ich…

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