Trinkwasser aus der Natur

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April 2015: Wir verbringen ein paar Tage in der Wüste Wadi Rum in unserem Urlaub in Jordanien. Die Stein- und Felswüste liegt im Südosten des Landes – geradewegs Richtung Saudi-Arabien. Wir haben einige Vorräte dabei, schließlich sind wir mit Kindern unterwegs, und achten vor allem darauf, nochmals einige Wasserflaschen zusätzlich einzukaufen, bevor wir in die Wüste starten. Wir bleiben insgesamt drei Tage dort und haben beim Start ca. 8 Liter Trinkwasser dabei, außerdem können wir noch ein, zwei PET-Wasserflaschen bei Beduinen im Camp kaufen.
Unser Wüsten-Trek inklusive Kamelreiten und Schluchtenwandern zwischen Felsen und Sanddünen wird wundervoll, mit bleibenden Eindrücken – auch die Nächte im Beduinen-Camp!
Mit unseren Aktivitäten gehen allerdings auch unsere Wasservorräte zuneige, sodass ich am Nachmittag des zweiten Tages beginne, Wasser aus dem offenen Wassercontainer abzufüllen, der in der Nähe des Camps etwas weiter oben steht. Das Wasser sieht prinzipiell klar aus. Ich nehme an, dass es Regenwasser vom letzten Winter ist und schon eine Weile im Container steht. Da es keine sichtbare Trübung oder Färbung hat, habe ich beschlossen, dass ich es trinken werde, um unsere Trinkwasser-Vorräte zugunsten der Kinder zu schonen. Aber nicht bevor ich es mithilfe von SODIS, also dem natürlichen UV-Licht der Sonne, behandelt habe! Das erscheint mir die einzige und (leicht) machbare Aufbereitungsmethode vorort in der Wüste für uns zu sein.

Ich fülle daher etwa je einen Liter in eine 1.5l-PET-Flasche, die von außen völlig unbeschadet ist und von der ich alle Aufkleber entfernt habe. Die Flasche schüttle ich noch kräftig und lege sie dann für ca. 6 Stunden in die pralle Sonne. Zwischendurch schüttle ich sie immer mal wieder durch. Und danach trinke ich es – ohne Probleme.

SODIS-Wueste

März 2017: Ich freue mich auf ein Seminar, oder besser Fachkurs, bei dem es um die Trinkwasseraufbereitung auf Reisen oder Expeditionen geht. Seit der Begebenheit in Jordanien habe ich noch ein paar Sachen bzgl. Trinkwasser hinzugelernt, allerdings nur theoretisch. Daher freue ich mich, nun mein Wissen anzuwenden bzw. zu erweitern bei einem entsprechenden Training draußen.

Klar ist: Ausreichend Wasser ist Voraussetzung für einen gut funktionierenden Körper. Aber es ist allzu oft mit Keimen und anderen Organismen durchsetzt. Durch den Menschen kommen noch Chemikalien und Abfälle hinzu. Also obwohl die Wasserqualität in Deutschland mittlerweile wieder recht gut ist, kann man, was Trinkwasser aus der Natur angeht, (zunächst) Fehlanzeige erleben. Daher geht es in unserem Kurs nach der Einleitung und der Thematik, was überhaupt Trinkwasser ist und was auch darin sein kann, zunächst ans Bestimmen verschiedener Wasserproben aus der Natur.

Wir schauen uns Teichwasser und Feldgrabenwasser an. Und riechen an Wasser mit richtig viel Dreck oder Wasser, in dem Tierreste (ein Fuchspfote) vorhanden sind. Die Frage dabei ist: Würde ich das Wasser trinken? Oder welche möglichen Schadstoffe könnten darin sein? – Gar nicht so leicht…

Danach gilt es, zunächst den gröbsten Dreck und Schwebstoffe irgendwie aus dem Wasser zu bekommen. Wir  experimentieren mit natürlichen Materialien, um einen Sediment-Wasserfilter zu improvisieren und können ganz passable Ergebnisse vorweisen. Überhaupt ist das „Experimentieren“ in dem Kurs das, was am meisten Spaß macht! Ausprobieren, Bauen, Improvisieren und irgendwie zu etwas Trinkwasser kommen, das macht Spaß und „trainiert“ für den Ernst- oder Reisefall.

Auch das Entsalzen von Meerwasser üben wir, um mit verschiedenen Materialien eine improvisierte Destille bauen zu können und so wenigsten ein Schnapsglas Trinkwasser aus Meerwasser zu bekommen. Ein paar Eindrücke von den erfinderischen und improvisierten Destillationen könnt ihr unten begutachten. Wir waren selbst erstaunt, was man alles mit ein paar Tüten oder einer Rettungsdecke bauen kann!

Wer Lust bekommen hat, das ganze selbst auszuprobieren, oder wer lernen will, wie und wo man Trinkwasser aus der Natur herbekommt, kann sich hier weiter informieren.

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3 Gedanken zu „Trinkwasser aus der Natur

  1. Pingback: Wasseraufbereitung draußen | naturpfad

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