Mount Gilboa und Gan HaShelosha Nationalpark

israel-gilboa-mapMeine bis dato letzte Reise nach Israel geht unter anderem in den Norden zum Gilboa Mountain und Sachne Nationalpark. Im Gilboa Nature Reserve verläuft der sogenannte Biblical Trail über den Mount Gilboa und Mount Shaul.
Das Gilboa Gebirge besteht aus mehreren einzelnen Bergen, die allesamt in der Bibel Erwähnung finden und teilweise Zeuge interessanter Begebenheiten waren. Mehr interessante Infos dazu erhält man hier.
Mich beeindrucken vor allem die steilen Klippen, die man von hier am Mount Shaul erkennt und in die Galiläa-Region abfallen.

Der Sachne Nationalpark oder hebräisch korrekt „Gan HaShelosha“ beherbergt den größten unterirdisch gespeisten Naturpool Israels. Darin zu baden ist wirklich herrlich! Das Wasser ist so klar, dass man jeden kleinen Fisch sieht, der an einem „knabbern“ will. Hier einige Impressionen von unserem (langen) Tagesausflug.

Masada

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Auf meiner vorletzten Reise nach Israel kam ich in den Genuss, den Masada National Park zu besuchen und vor allem die römische Monumental-Baukunst auf dem gleichnamigen Berg zu besichtigen. Masada ist seit 2001 UNESCO Weltkulturerbe und einer der viel besuchtesten Orte Israels.

Der Nationalpark liegt am Rande des Toten Meeres nordöstlich von Arad mitten in der Wüste. Masada ist eine Ruinenstätte von einer vorchristlichen Felsenfestung, auf der sich ein tragisches Ereignis abspielte: Rebellen verschanzten sich hier für sechs Jahre gegen die Römer. Nur lebend vom Wasser und der kargen Kost bzw. Landwirtschaft, die ihnen die Natur auf den Felsen bot. Im Jahr 72 n. Chr. kam die Zehnte Legion gegen die in jeglicher Hinsicht unterlegenen jüdischen Rebellen und belagerte die Festung einige Monate. In dieser Zeit errichteten die Römer eine Rampe, da die Festung wegen der steil abfallenden Felswände anders nicht einzunehmen war. In dieser ausweglosen Lage, am ersten Tag des Pessachfestes, beschlossen die eingeschlossenen Juden den kollektiven Mord, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen – nur zwei Frauen und fünf Kinder, die sich in einer Wasserleitung versteckt haben sollen, überlebten den Angriff und die Tragödie.

Es ist ein Genuss in der Morgensonne gegen 6 Uhr den Berg zu erklimmen – immerhin 440m über dem Toten Meer. Dort bzw. bereits auf dem Weg erleben wir den Sonnenaufgang. Es ist November, aber trotzdem weit über 30° Celsius hier in der Wüste. Von überall haben wir einen traumhaften Blick nach Osten in die Tiefe der Wüste und zum Toten Meer. Die Natur lebt hier von nicht Vielem und hat auch nicht viel zu bieten. Es regnet nur einige Male im Jahr hier und dann fließt das Wasser auch noch schnell über die Felsen ins Tal ab. Trotzdem finden wir immer wieder Sträucher, Wildgräser und kleine Palmen vor. Auf dem Felsplateau oben werden unsere Mühen dann von den Ruinen der Paläste und Mosaiken belohnt, die alle in sehr gutem Zustand sind.
Wer die Mühen scheut, es geht auch eine Seilbahn zur Festung von Masada hoch.

Caesarea Maritima

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Der Caesarea Nationalpark liegt direkt an der Mittelmeerküste südlich von Haifa und ist gut zu erreichen. Das Gelände lädt zu einem spannenden Spaziergang in die Geschichte der römischen Herrschaft wie auch der Zeit der Kreuzfahrer ein. Da sich der Park direkt längs der Küste erstreckt, ist es auch an warmen Tagen sehr angenehm, unter dem Einfluss der Meeresbrise die Anlage zu erkunden. Mich haben dort nicht nur die Paläste, Tempel, das Amphitheater oder die Aquädukte beeindruckt, sondern auch die Flora, die überall zwischen den geschichtsträchtigen Steinen emporsprießt.

Bet Guvrin-Maresha Nationalpark

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Bet Guvrin ist eine archäologische Attraktion am nördlichen Rand der Wüste Negev. Der Nationalpark besteht aus riesigen Höhlen, die von Menschen in die vorwiegend aus Kalkgestein bestehenden Hügel der jüdäischen Tiefebene in den Fels gehauen wurden. Das ganze ist ein großes Gängesystem bestehend aus Glockenhöhlen, Zisternen und versteckten Grabhöhlen. Mich hat vor allem die Größe der einzelnen Höhlen beeindruckt, die geschätzt zum Teil über 10 m Höhe aufweisen und von außen bzw. entfernt überhaupt nicht ersichtlich sind. Hier eine Impressionen vom Innern der Höhlen.

Israel-BetGuvrinNP-Hoehle

Shvil HaGolan – der Wanderweg durch die Golanhöhen

Israel-Golan-MapIm Norden Israels erstreckt sich der atemberaubende Golan-Wanderweg zwischen dem Berg „Mount Hermon“ und dem See Genezareth. Entlang der 120 km langen Strecke kann man die Schönheit des Hochplateaus bewundern. Als Wanderbegeisterte habe ich mir 6 Tage Zeit genommen, diesen Weg zu erkunden und Israel auch einmal von der Naturseite kennenzulernen. Begonnen hat meine Wanderung am Fuße des Hermons und führte durch die Drusendörfer Nimrod und Masade, dann am Kratersee „Ram“ vorbei bis zu dem Wald von Odem. Die Tour hatte ich zwar alleine gestartet, aber schon nach kurzer Zeit auf Höhe des Sees Ram hatte ich Gesellschaft gefunden. Vier israelische Studentinnen nahmen mich herzlich in ihre Gruppe auf und gemeinsam hatten wir in dem „Ya’ar HaAyalim Deer Forest“ Unterschlupf gefunden. Hier ist ein Art Campingplatz mit kleinen offenen Hütten, wo der Besitzer uns erlaubte zu schlafen, obwohl es außerhalb der Saison war. Am zweiten Tag ging es ziemlich nah an die syrische Grenze. Zum ersten Mal wurde ich hier mit dem umkämpften Gebiet und den vergangenen Kriegen konfrontiert, denn links und rechts des Weges zierten sich abgesperrte Landminenfelder und gelegentlich standen zurückgelassene Panzer in der Landschaft herum. Auch kommt man zu dem Denkmal auf dem Berg „Bental Mountain“ mit einem unglaublichen Ausblick rüber nach Syrien im Norden und bei guter Sicht sogar den See Genezareth östlich des Berges. Genächtigt wurde in dem Kibbutz „Marom Golan“ bei einer Bekannten der Studentinnen.
Der dritte Tag führte uns durch wunderschöne Felder voller Blumen, die besonders zur Blütezeit im Frühling traumhaft aussehen. Die Wanderung Anfang April durchzuführen, war von daher ein echter Glücksgriff. An ein paar Kuhherden vorbei gelangt man zu dem Berg „Bni-Rasan“, der bekannt für seine Windturbinen ist und damit ein landschaftliches Merkmal in der ganzen Region setzt. Hier trennten sich der Weg der Studentinnen und der meine, da sie zum Pessach Fest nach Hause zu ihren Familien zurückkehrten. Ich begab mich weiter auf den Weg durch blühende Landschaftsabschnitte zu den Moshav Aloney Habashan. Den ersten Mann den ich nach einen Schlafplatz fragte, nahm mich zu sich und seiner Familie auf, wo ich die Nacht vor dem Kaminfeuer verbringen durfte. Weiter ging es am vierten Tag durch unzählige Felder, entlang Bächlein und alten Ruinen auf einer hauptsächlich ebenerdigen Strecke. Dieser Tag war sehr anstrengend für mich, da ich 28 km zurückgelegt hatte. Zum Schluss ging ich durch ein Naturschutzgebiet mit einem großen See und einem sehr vielfältigen Vogelbestand. Letztendlich kam ich zu dem „Daliot Campground“, der auch per Auto gut zu erreichen ist. Hier lernte ich gleich die nächsten Israelis kennen, die mich mal wieder herzlich aufnahmen. Das Ehepaar stammte hier aus der Region und der Mann ist Ranger für die Naturschutzgebiete im Norden von Israel. Am fünften Tag ging es ausnahmsweise nicht ganz so weit wie am vorigen Tag. Das schöne war, dass wir an dem „Samach“-Fluss uns gelegentlich entlang des Weges die Füße abkühlen konnten bevor wir die uralte „Um El Canatir“ Synagoge erreichten. Unser Tagesziel erreichten wir dann schon am frühen Nachmittag, was den Vorteil hatte, das wir den Ausblick auf den See Genezareth und das gegenüber liegende Tiberias von hier aus bewundern konnten, besonders bei Sonnenuntergang. Der letzte Tag kam schneller als erwartet und ich war von mir selber überrascht, diese 120 km in den 6 Tagen zurückzulegen. Am letzten Tag ging es früh los, gegen 5 Uhr morgens. Es ging nochmal ein ganzes Stück bergauf, aber für den Blick hat es sich gelohnt: Wir hatten das Dreiländereck Syrien, Jordanien und Israel erreicht.
Anschließend ging es weiter, da der Tag noch jung war, bis wir mein persönliches Highlight des Weges erreichten. Am südlichen Ende des See Genezareth kommt man zu der Endstation des Golanweges, zu der Quelle „En Taufik“. Kurz davor steht man auf dem Plateau, von wo aus man den kompletten See Genezareth überblickt, was wirklich eine unvergessliche Aussicht ist. Mit diesem Bild im Kopf beendete ich meine 6-tägige Wanderung.

Naturreservat En Gedi

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En Gedi liegt am Westufer des Toten Meeres und ich bin schon einige Male am Eingang zum Nationalpark vorbeigefahren – ohne die spektakulären Wadis erkunden zu können. Am vergangenen Freitag war es nun soweit: Ich bin um 6 Uhr morgens losgefahren, um pünktlich um 8 Uhr zur Öffnung des Parks dort zu sein. Außer zwei oder drei anderen Wanderen war so früh morgens der Taleingang bis auf wilde Steinböcke und Schliefer wie ausgestorben. Der Anblick der Natur mit den wilden Tieren, die sich in der Sonne aalten, war schon wie ein kleines Wunder!
En Gedi besteht aus zwei getrennten Tälern bzw. Wadis, nämlich Wadi David und Wadi Arugot. Das Wadi David zählt mit seinen zahlreichen Wasserfällen zu den schönsten in ganz Israel. Das Wadi Arugot hingegen begeistert kletter-affine Wanderer durch seine steile Wegführung bis zum sogenannten versteckten Wasserfall. Beide Wadis sind eigentlich das ganze Jahr über begehbar und auch nicht sehr weit voneinander entfernt.
Ich habe mich für das Wadi David entschieden, weil es insgesamt kürzer ist und auch bei niedrigem Wasserstand immer wieder zu einem erfrischenden Bad im kühlen Nass einlädt. Darüber hinaus sind Fauna und Flora hier im En Gedi ein kleines Naturwunder: Gefördert durch die Frischwasserquellen gibt es tropische Pflanzen, jede Menge Farne, Sodomsapfel, Akazien und mannshohes Schilfgras. Und die erwähnten Syrische Steinböcke, Klippschliefer und andere kleinen Tiere leben hier wie im Paradies – mitten in der Wüste.

Natur zwischen Krieg und Frieden

Wer schon einmal in Israel war und etwas abseits der Städte und vielen Sehenswürdigkeiten Zeit verbracht hat, wird mir zustimmen: Das Land zwischen Krieg und Frieden bietet für Natur-Interessierte wunderschöne Naturparks, bizarre Wüstenlandschaften, bezaubernde Oasen und besondere Schutzgebiete mit großem Pflanzenreichtum in Galiläa und den Golanhöhen – und nicht zu vergessen: das Tote Meer und das Rote Meer.
Für alle anderen: Ein Urlaub von ein zwei Wochen lässt sich hier spielend mit Programmpunkten füllen – und man hat mit Sicherheit noch immer eine ganze Reihe interessanter (Natur-) Ziele ausgelassen.

Die nächsten Beiträge werden einige ausgesuchte Naturpfade und -landschaften zum Inhalt haben, die ich und auch eine Freundin auf den Reisen nach Israel begehen konnten.
Viel Spaß!

Kamel auf dem Weg zur Wüste

Kamel auf dem Weg zur Wüste

Israel-Ramat-Gan

Blick aus der Natur auf Tel Aviv